23. August 2008

Kommentare bitte mit Namen

Ich bevorzuge bei Gesprächen und Diskusionen mein Gegenüber zu kennen, zumindest etwas. Deswegen habe ich erstmal die anonyme Kommentierfunktion deaktiviert.
Einige benutzen mir bekannte "Nicknames", das ist auch OK, dann weiß ich mit wem ich "rede".

@Wackener: Zur Anonymität und wie du über einige Dinge in der Welt denkst, habe ich ein Kommentar beim Beitrag Im Gefängnis hinterlassen das du vielleicht noch nicht gelesen hast. Von einem "promovierten Vollakademiker" erwarte ich, dass er sich selber als Quelle für seine Kommentare angibt.


Zu dem Bericht des tragischen Todes eines Mbya:
(auf das der Wackener mehrfach zurückkam)

Es wurde ein indiogener Mensch, der den christlichen Glauben angenommen hat, von einem Waldarbeiter, der kein Stammesmann war, umgebracht. Das genaue Motiv des Mordes ist unklar, zumindest mir. Meine Vermutung ist aber, dass dem Waldarbeiter, der Glaube oder die Religionszugehörigkeit seines Opfers sicherlich nicht interessierte. Vermutlich sieht sich der Waldarbeiter selbst als Christ, zumindest sind laut Statistik 90% der Argentinier römisch-katolisch.
So weit ich weiß, wurde der Mord nicht polizeilich verfolgt, dieses schützenswerte Volk ist an den Rand der Gesellschaft gedrängt.

Es gibt bestimmt einige Morde unter Stammesleuten, wenn Individuen eines Stammes einen anderen Glauben annehemen, was sehr tragisch ist. Dies sollte aber kein Grund sein, Menschen nicht die Möglichkeit zu bieten von einem anderen Glauben zu erzählen. Ich denke es sollte niemand zu einem anderen Glauben überredet werden, aber wenn sich jemand dazu entschließt und ein anderer Glaube ihm neue Hoffnung gibt, sollte er weder von den Eigenen noch von aussenstehenden Menschen dafür verurteilt werden.


Polarisierendes Beispiel:

Wenn nun ein Missionar einem Stamm von Jesus erzählt und sich einzelne des Stammes dafür interessieren und mehr wissen wollen und der Missionar ihnen von dem Glauben erzählt und ein indiogener Mensch den neuen Glauben annimmt und dann von seinen Stammesleuten umgebracht wird, so wird der Einfluss von Außen als negativ Bewertet und man sollte die Stämme in Ruhe lassen, so denken zumindest die meisten.

Wenn sich ein Moslem in einem streng islamischen Land vom Islam abwendet, wird er üblicherweise von seinen Angehörigen dafür umgebracht. Das verstößt gegen die Menschenrechte und wir müssen diesem Menschen helfen, andere Länder gewähren ihm Asyl. Der Islam kann einengende Züge annehemen, so denken zumindest die meisten.

Wieso wird hier unterschiedlich Bewertet?


Ich habe das Gefühl, dass der Kommentator aus Wacken unser Vorhaben nicht ganz verstanden hat.
Da ich nicht weiß, wer du bist, weiß ich auch nicht, ob dir nur die Informationen auf meinem Blog zur Verfügung stehen oder ob wir uns schon persöhnlich über meine Ideen Unterhalten haben.
Wann und Wie genau wir in einen längeren und intensiveren Kontakt mit indigenen Völkern treten, wissen wir selbst noch nicht, dass wird sich noch herauskristalisieren. Bisher haben wir "Besuchskontakt" in mehreren Jahresabständen und regelmäßige Kommunikation mit den Leuten die vor Ort aktiv sind. Diese investieren ihr Leben dort, damit das Volk für welches sie sich einsetzten nicht untergeht und nicht von der globalen Entwicklung, wie auch du Sie beschreibst, überrannt werden.

Wackener sagte:
"Lass die Stämme ihre Tradition fortsetzen und dringe nicht in ihr Leben ein."
Was Poolbarde in seinem Kommentar ausgedrückt hat ist, dass die globale Entwicklung, ein nicht eindringen in andere Völker oder Stämme kaum zulässt. Selbst ein Produkt vom lokalen europäischen Markt, kann im Hintergrund Rohstoffe aus Regionen benötigen, die den Lebensraum ferner Völker einschränken. Da wir nicht zusehen wollen wie Völker aussterben und Traditionen untergehen möchten wir positiv zum überleben der Menschen und ihrer Kultur beitragen.


Gedankenanregungen

Wie kann man Globalisierung und nicht eindringen in andere Traditionen gleichzeitig realisieren?

Wer steuert die globalisierten Prozesse?

Wer hat Interesse daran Volksgruppen zu schützen und warum?



Für ein paar wenige Völker mag es die Möglichkeit geben, sie "in Ruhe" zu lassen, da sie z.B. weit ab im tiefen Amazonas Gebiet leben. In Reservaten scheint es möglich sie "zu schützen". Wie man das beurteilt hängt von jeweiligen Weltbild ab. Mir scheint diese Lösung nicht Ideal. Und z.B. in Brazilien gibt es Reservarte in denen Stämme leben und diese müssen einen Antrag stellen wenn sie ihr Reservat verlassen wollen, um z.B. Bildung oder medizinische Versorgung zu bekommen. Das halte ich für einen "Schutz" gegen ihren Willen.

Es ist eine sehr komplexe Problematik und deswegen habe wir keinen fixen Plan wie unsere Hilfe in Zukunft aussehen könnte.
Wir begnügen uns aber nicht mit theoretischen und intellektuellen Gadankengängen, sondern wollen den Menschen begegenen. Unsere Intension speißt sich nicht aus theoretischen Idealen, sondern aus den Erlebnissen mit unseren "Freunden den Indianern" in ihrem kulturellen Hintergrund und mit ihren eigenen Ansichten.

Zur Anonymität:
Ich hoffe, dass meine Freunde und diejenigen die hier kommentieren wollen, einen der angebotenen Zugänge haben.

6 Comments:

Blogger Joachim S. Müller said...

Verschwende nicht zu viel Zeit und Energie für einen anonymen Miesepeter. Davon gibts im Netz mehr als genug und die haben noch keinen weitergebracht.

24/8/08 19:55  
Blogger overcome said...

amen viel spaß bei eurer schule

26/8/08 17:28  
Blogger Wackener said...

Hallo Mathias,

ich habe den Eindruck dass du in deiner eigenen Gedankenwelt gefangen bist und andere kritische Gedanken weit von dir weißt.
Ich bin kein Miesepeter sondern ein real denkender Mensch der sich mit dir und deinem Tun kritisch auseinandersetzt. Dies solltest du auch einmal tun.
Herzliche Grüße aus Wacken nach Norwegen

27/8/08 19:13  
Blogger Joachim S. Müller said...

wackener: liest du eigentlich was Mathias und die anderen hier schreiben?
Anscheinen nicht. sonst würdest du nicht so realitätsfern ständig das selbe runterleiern...

29/8/08 07:29  
Blogger WACKENER said...

Hallo Joachim,

ich lese sehr wohl die Kommentare von matthias und co. Ich bin entsetzt wie man das ganze Vorhaben der beiden Missionare gut heißen kann. Die heutige Welt tickt nun einmal anders als es in Matthias Gedankenwelt ist. Zur geschätzten Information solltest du einmal den Bericht der Vereinten Nationen lesen in dem genau beschrieben und dokumentiert wird, dass man die Urvölker in Südamerika nicht durch missionarische Arbeit an die europäische Kultur heranführen soll. Man bewirkt genau das Gegenteil - siehe die Ermordung des zum Christentum konvertieren Indianer - Matthias wiederspricht sich in seinen Ausführungen sehr deutlich

Zukünftig bitte ich dich deine Wortwahl dem eines Akademiker anzupassen.

29/8/08 21:30  
Blogger Matze said...

Die Kommentarfunktion in diesem Blog ist nicht dazu gedacht, die Meinungen anderer als minderwertig zu erklären oder sich gar auf persöhnlicher Ebene anzugreifen.

Die Ansichten anderer anonym zu kritisieren und dabei nichts von sich selber preiszugeben, führt meiner Meinung nach in keine produktive Diskussion.

Hinweise auf Artikel sind in Ordnung, wenn sie zum Thema beitragen. Den Artikel der UN habe ich leider nicht gefunden.

Und ich bin mir auch bewusst, dass die Meinungen, wie man mit indigenen Völkern umgehen sollte, weit auseinander klaffen.
Und das hängt mit der Weltanschauung und dem Wertebild das man hat zusammen.

16/9/08 23:52  

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